Ergebnisse aus drei Jahren Praxisanbau & Übertragung auf die weiteren Planungsabschnitte der A39

Ergebnisse aus drei Jahren Praxisanbau & Übertragung auf die weiteren Planungsabschnitte der A39
Die Erzeugergemeinschaft, die Straßenbaubehörde aus Lüneburg und das IfaS diskutierten in Lüben die Ergebnisse aus drei Jahren Praxisanbau.

Drei Jahre bauten Lübener Landwirte auf rund 16 ha eine neue Wildkrautmischung an, die für die Verwertung in Biogasanlagen entwickelt wurde. In drei Jahren erlebten die Landwirte ein normales (2016), ein zu kaltes nasses (2017) und ein zu warmes trockenes Anbaujahr (2018), erzählte Jörn Wolter (Lübener Landwirte). Die Mischung funktioniert, erreicht im Normalfall gut ca. 40% des Maisertrages und kann problemlos siliert und verwertet werden. Es ist aber – und auch das ist klar – kein “Leistungsträger“ in der Biogasanlage. Gleichwohl das Gemenge in Sachen Öffentlichkeit und positives Ansehen in der Bevölkerung einen anderen aber auch wichtigen Beitrag im Betrieb einer Biogasanlage leistet.

In Sachen Ökologie und Vielfalt in Raum und Zeit zeigte das Wildkrautgemenge, dass es die Feldvögel fördern und damit Eingriffe durch z.B. Straßenbauprojekte ausgleichen bzw. kompensieren kann. Neben den Vögeln fielen aber auch noch z.B. die bis zu 20 „Ackerbeikräuter“ auf, die zusammen mit den rund 30 Kulturarten immerhin 50 verschiedene Pflanzen auf die Flächen bringen und damit eine hohe Attraktion für Insekten haben. Das sind nur ein paar der positiven ökologische Ergebnisse, die Ralf Krechel (IVÖR) in Lüben vorstellte.

Frank Wagener (IfaS) knüpfte daran an und verdeutlichte, dass genau diese verschiedenen Nutzungen auf einer Fläche das Wesen des hier verfolgten ELKE-Konzeptes ist. Mehrnutzungskonzepte verbinden gezielt landwirtschaftliche Produktion und Veredelung mit Biodiversität, Biotopverbund aber auch Gewässerschutz.

Diese PIK-Maßnahmen sind eine echte zusätzliche Option zur Umsetzung der notwendigen Kompensationsmaßnahmen an der A39, so Christian Schlattmann (Straßenbauverwaltung Lüneburg). Die Bauern zeigen Interesse an derartigen betrieblichen und auch in der Fläche rotierenden Maßnahmen. So kann die Agrarstruktur gestärkt und die bereits vorhandenen Maßnahmenpakete erweitert werden. Claus Fröhlich (EZG) sieht hier einen realen Fortschritt in der Zusammenarbeit von Landwirten mit Eingriffsverursachern, zumal er Erfahrungen mit stillgelegten Flächen gemacht hat, die v.a. Probleme in der Verunkrautung angrenzender Flächen verursachen. Das Selbstverständnis der Bauern liegt in der Bewirtschaftung und Ernte der Äcker und nicht in deren „Pflege“. Zumal auch in Sachen Klimaschutz eine extensive Produktion jeder reinen Pflege vorzuziehen ist.

Im Ergebnis war man sich einig, wenn die Landwirte dieses neue Angebot nutzen können, dann steigt auch die Akzeptanz einer Zusammenarbeit zwischen Bauträgern bzw. Eingriffsverursachern und Landwirtschaft.

Link zur Webseite: www.landnutzungsstrategie.de